Schlagwort: Erfahrungsbericht

Auf der Suche nach der richtigen Agentursoftware (Teil 5, Finale)

Es ist jetzt fast genau ein Jahr her, da startete ich mit der Blogreihe zum ThemaAuf der Suche nach der richtigen Agentursoftware”. Die Idee für dieses Thema kam mir durch ein Projekt. Eine Kunde von mir eine Agentur mit rund 50 Mitarbeitern suchte nach einer Software, mit der sich die Prozesse in ihrem Hause abbilden, Zeiten erfassen und Projekte managen lassen sollten. Im Zuge meiner Recherchen stellte ich schnell fest: Das Thema ist brandheiß. Denn viele Agenturen sind in der schwierigen Situation, zwar eine breite Auswahl an ERP- und CRM-Systemen vorfinden zu können, die speziellen Agentur-Bedürfnisse kommen bei den klassischen Standardlösungen aber oft zu kurz.

Ursprünglich wollte ich im fünften und letzten Teil 5 der Serie erläutern, wie sich die gefundene Agentursoftware bei unserem Kunden wirklich schlägt und wie die Anwender mit der Lösung zurechtkommen. Doch seit Teil 4 ist viel passiert. Ich habe mehrere Agenturen bei der Suche nach einer passenden Software und deren Einführung begleitet und stellte fest: Bei jeder Agentur fing meine Suche wieder bei null an. Woran das liegt? Vor allem an den Ausgangssituationen, die von Agentur zu Agentur anders sind. Einige Agenturen hatten beispielsweise überhaupt noch nie mit einer Agentursoftware gearbeitet (einer meiner Kunden schrieb seine Rechnung lange Zeit ausschließlich mit InDesign). Bei anderen wiederum gab es bereits eine Software – die Agenturen mussten jedoch feststellen, dass diese den aktuellen Anforderungen nicht mehr gerecht wurde.

Den fünften Teil dieser Blogreihe möcht ich nun dazu nutzen, meine Erfahrungen aus den letzten Monaten zusammenzufassen und ein Fazit aus den gesammelten Erlebnissen mit meinen Agenturkunden zu ziehen. Zugleich möchte ich jedem Agenturinhaber die Angst vor dem Wechsel zu einer neuen Software nehmen. Denn Folgendes konnte ich bei jeder Zusammenarbeit feststellen: Die Umstellung lohnt sich für eine Agentur immer!

Die beliebtesten Agentursoftwares

Eines vorneweg: Es gibt nicht DIE Software, mit der jede Agentur richtig fährt. Schließlich sehen die Prozesse in jedem kreativen Haus anders aus. Auch die Anwender ticken immer unterschiedlich. Dennoch möchte ich Ihnen die Top 3 der Agentursoftwares meiner Kunden nicht vorenthalten. Diese Lösungen sind nicht automatisch die besten, kamen aber bei meinen Kunden besonders gut an.

TEAMBOX, PROAD und QuoJob das sind die drei Software-Lösungen, für die sich die meisten meiner Kunden entschieden haben. Jedes dieser Systeme hat seine Vor- und Nachteile. Das eine ist besonders benutzerfreundlich, das andere hat mehr Funktionen, das nächste glänzt durch eine besondere Individualisierbarkeit. Dennoch: Auch, wenn diese Top 3 besonders gut angekommen ist, kann für Ihre Agentur auch eine andere Software die beste Lösung sein.

Jede Agentur ist anders

Wie anfangs erwähnt, gibt es bei Agenturen verschiedenste Ausgangssituationen. Auf der einen Seite stehen Agenturen, die ihre Prozesse bereits digitalisiert haben. In den letzten Monaten konnte ich feststellen, dass diesen Kandidaten die Umstellung auf eine neue Lösung meist leichtfällt.  

Auf der anderen Seite gibt es die Agenturen, die noch gar keine Software zur Abbildung ihrer Prozesse nutzen. Diese behelfen sich z. B. mit Excel-Listen, handschriftlichen Stundendokumentationen und Rechnungsvorlagen aus InDesign oder Word. Solche Agenturen tun sich mit der Umstellung meist schwerer und doch ist das Fazit jedes Mal das Gleiche. Nach einer gelungenen Software-Implementierung höre ich in zehn von zehn Fällen den Satz: „Warum haben wir das nicht schon früher gemacht?”

Eine vernünftige Software-Recherche und -Umstellung ist mit viel Arbeit verbunden – das steht außer Frage. Doch ich garantiere Ihnen: Die Arbeit lohnt sich! Mit folgendem Beispiel möchte ich diese Behauptung für Sie untermauern:

Bessere Kontrolle und entspannte Nerven durch systematische Zeiterfassung

Besonders mit dem Thema Zeiterfassung haben viele Agenturen zu kämpfen. Die Mitarbeiter empfinden das Nachtragen ihrer abgeleisteten Stunden als lästig. Dabei kann es so einfach sein.

Einer meiner Kunden hat sich für ein Jobmanagement-Tool entschieden. Sobald ein Auftrag reinkommt, wird dieser per Klick an die zuständige Abteilung weitergeleitet und einem Mitarbeiter zur Bearbeitung zugeteilt. Dieser sieht sofort, wie viele Stunden in welchen Kalenderwochen für diesen Auftrag eingeplant sind. Wenn der Mitarbeiter am Ende jedes Arbeitstages seine Stunden auf die zugehörige Projektnummer bucht, sind alle sofort informiert (Projektmanager, Vorgesetzte usw.). Beim nächsten Login weiß der Mitarbeiter sofort, wie viel Zeit er schon für den Job verbraucht hat bzw. wie viel Zeit ihm zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung steht.

Der Vorteil des Jobmanagement-Tools liegt auf der Hand: Die Kontrolle über aufgewendete Arbeitszeiten ist viel genauer. Sollte einmal festgestellt werden, dass ein Auftrag viel mehr Zeit verbraucht, als ursprünglich geplant, kann das Projektmanagement noch rechtzeitig einlenken. Damit wird das wohl größte Problem von Agenturen gelöst. Denn wird der Zeitrahmen aufgrund einer schlechten oder gar fehlenden Zeiterfassungslösung gesprengt, lässt sich mit dem Kunden nicht mehr nachverhandeln. Machen dagegen alle Mitarbeiter ihre Zeiterfassung zeitnah, spart man sich eine Menge Nerven – und auch die Mitarbeiter sind viel glücklicher.

 

So gelingt die Suche nach der passenden Agentursoftware

Die Taskforce

„So geht es nicht weiter, wir brauchen eine vernünftige Agentursoftware!” Wenn Sie diesen Entschluss fassen, sollten Sie zuerst eine Taskforce im Unternehmen aufstellen, die sich um das Projekt Neue Agentursoftware kümmert – und zwar komplett: von der Recherche bis zur Umsetzung.

Diese Taskforce sollte sich aus Mitarbeitern verschiedener Abteilungen zusammensetzen. Dazu gehören Personaler, die Finance-Abteilung, das Projektmanagement und der Designchef. Ganz wichtig und allen voran: die Geschäftsführung.

Im Idealfall holen Sie sich einen Digitalisierungsexperten ins Team. Im Idealfall haben Sie sogar schon jemanden, der sich bereits früher um die Einführung verschiedener Tools gekümmert hat (wie Zeiterfassung, Urlaubsplanung, Bewerbermanagement oder Ressourcenplanung). Dieser Digitalisierungsprofi kann als externer Berater fungieren. Haben Sie in Ihrem Unternehmen bereits einen Profi, der die Prozesse kennt und weiß, was das Unternehmen wirklich braucht? Dann nutzen Sie diese Wissensressource.

Ganz wichtig: Vertrauen Sie auf das Konzept der Taskforce. Viele machen den Fehler und setzen ausschließlich einen Projektmanager auf das Thema an. Doch geht es bei einer Agentursoftware um viel mehr als reines Projektmanagement. Jede Abteilung hat ein Mitspracherecht.

Die Anforderungsliste

In Teil 2 dieser Blogreihe habe ich eine Anforderungsliste zum Download bereitgestellt. Dieses Dokument ist recht umfangreich, ist dadurch aber ein toller Leitfaden, um sich bewusst zu werden, was eigentlich benötigt wird. Ihre Taskforce sollte sich diese Liste in Ruhe vornehmen und entscheiden, welche Funktionen wirklich gebraucht werden und welche Tools für Ihre Bedürfnisse irrelevant sind.

Auf Basis der Anforderungsliste kann die Taskforce nun verschiedenste Agentursoftware-Lösungen vergleichen und überprüfen, ob diese den Anforderungen gerecht werden. Ist bei einem Punkt auf der Liste nicht klar, ob die Lösung diese Funktion bereithält, kontaktieren Sie einfach den Anbieter. Dieser hilft mit Sicherheit gerne weiter.

Die Präsentation und Probe aufs Exempel

Ist die Liste einmal ausgefüllt und mit den in Frage kommenden Anbietern abgeglichen, geht es ans Eingemachte: Laden Sie Ihre Favoriten zu einer Software-Präsentation in Ihr Unternehmen ein. So haben Sie die Chance, jede einzelne Software ausführlich kennenzulernen und die Experten mit Fragen zu löchern.

Im Rahmen einer jeden Präsentation werden Sie schnell bemerken, ob die jeweilige Software (und auch das Team dahinter) zu Ihrer Agentur passt. Häufig stellt sich bei solch einer Präsentation auch heraus, dass eine vermeintlich fehlende Funktion doch existiert oder eine elegante Alternativlösung zur Abbildung des Prozesses gefunden werden kann.

Haben Sie nach den Präsentationen bereits Ihren Favoriten gefunden: Herzlichen Glückwunsch! Falls das nicht der Fall ist und Sie noch zwischen zwei oder drei Lösungen schwanken, ist das kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Seriöse Software-Hersteller bieten meist eine kostenfreie Testphase an, in der Sie die Software auf Herz und Nieren testen können. Danach wissen Sie ganz sicher, welche Ihr persönlicher Sieger ist.

Keine Angst haben einfach machen!

Ich kann es nicht oft genug betonen: Nehmen Sie das Projekt Agentursoftware ernst und kümmern Sie sich kontinuierlich darum. Das Projekt sollte niemals liegen bleiben.

Ich kenne das von verschiedenen Agenturen nur zu gut: Ein paar Monate lang wird das Thema Agentursoftware vergessen. Wird dann aber immer deutlicher, dass auf eine neue Agentursoftware nicht mehr verzichtet werden kann, ist es ein echter Kraftakt, wieder an vorher gesammelte Erkenntnisse anzuknüpfen. Daher mein Tipp: Vereinbaren Sie innerhalb der Taskforce einen monatlichen Jour fixe. Bei diesem Meeting verteilen Sie alle anfallenden Aufgaben an die einzelnen Teammitglieder. Beim folgenden Jour fixe werden die Lösungen dann besprochen.

Ja, es stimmt: Die Suche nach der richtigen Agentursoftware ist zeit- und arbeitsintensiv. Aber glauben Sie mir: Mit der passenden Lösung werden die Prozesse in Ihrer Agentur so viel besser, dass auch Ihre Mitarbeiter glücklicher werden. Und keine Angst: Sie bekommen das hin. Ich garantiere Ihnen: Wenn Sie ein zuverlässiges Team auf das Projekt ansetzen, sich kontinuierlich um das Thema kümmern und sich nicht blindlings für eine beliebte Lösung (wie aus der obigen Top 3) entscheiden, werden Sie rückblickend sagen, dass es das alles wert war.

 

Falls Sie auf der Suche nach einer passenden Agentursoftware für Ihr Unternehmen sind und nicht weiterkommen, unterstütze ich Sie gerne bei Ihrem Projekt. Das gilt auch für jeden Prozess, den es in Ihrem Hause zu digitalisieren gilt.

 

Auf der Suche nach der richtigen Agentursoftware (Teil 1)

Wer braucht eigentlich eine (neue) Agentursoftware?
Zur Beantwortung dieser Frage, müssen wir erst mal einige Schritte zurückgehen – genau genommen zu den Anfängen einer Agentur. In der ersten Zeit, wenn ein neues Unternehmen gegründet wird, laufen die kaufmännischen Prozesse schon irgendwie. Irgendwie werden Angebote und Rechnungen geschrieben, irgendwie die Kundendatensätze verwaltet, irgendwie aufgewendete Zeiten dokumentiert und irgendwie klappt es auch immer mit dem Controlling.

Am Anfang war die Excel-Tabelle
Bei den meisten Agenturen bedeutet dieses „irgendwie“ in der Regel den Einsatz von Excel-Tabellen. In diesen werden dann alle Daten gepflegt. Und die Kreativen freut’s, denn die Tabellen lassen sich hübsch und ansprechend gestalten. Für Agenturen, in denen viele kreative Menschen arbeiten, welche sich ein schön gestaltetes Produkt wünschen, ist das zunächst ein Pluspunkt.

Apropos schön gestaltet: In meiner beruflichen Laufbahn als Geschäftsführer eines IT-Unternehmens habe ich schon oft erlebt, dass sich unsere Kunden aus dem Agenturumfeld ihre Tabellen mit InDesign statt mit Excel bauen – auch wieder im Sinne einer schicken Optik. Wirklich alltagstauglich ist das aber nicht. Denn im Gegensatz zu Excel ist InDesign ein reines Gestaltungsprogramm. Es kann noch nicht einmal rechnen. Hier stehen ansprechendes Design und zeitsparende Funktionalität in einem krassen Gegensatz zueinander.

Alternativen zu Excel & InDesign: ERP-Einzellösungen & Eigenentwicklung
Meiner Erfahrung nach, arbeiten etwa 70 Prozent der kleineren Agenturen mit Excel-Tabellen oder InDesign-Vorlagen. Und was macht der Rest? Der hat zum Beispiel eine spezielle ERP-Lösung im Einsatz, mit der er aber unglücklich ist. Und zwar aus verschiedenen Gründen: Entweder ist die Lösung schon viele Jahre im Einsatz und kann den neu gewachsenen Ansprüchen der Agentur nicht mehr gerecht werden. Oder man hat sich zunächst auf eine Lösung konzentriert, bei neuen Anforderungen eine zweite mit ergänzenden Funktionalitäten hinzugenommen, dann eine dritte – und verlor sich irgendwann im mehr oder weniger gelungenen Zusammenspiel dieser vielen Einzellösungen.

Dann gibt es die Agenturen, die versuchen, von Anfang an alles perfekt zu machen: mit einer selbstprogrammierten Eigenlösung, die exakt den individuellen Anforderungen und Vorstellungen entspricht. Die Vorteile einer solchen Eigenentwicklung sind nicht von der Hand zu weisen. Sie lässt sich beispielsweise auf die individuellen Abläufe der Agentur perfekt anpassen. (Schließlich arbeitet jede Agentur anders. Man denke allein an die vielen unterschiedlichen Agenturtypen wie PR-, Design- oder Werbeagentur.)

Wächst die Agentur und benötigt deshalb neue Funktionalitäten, können diese einfach programmiert und das Tool um neue Module ergänzt werden. Und zu guter Letzt können die Bedüfnisse aller Anwender bei der Programmierung berücksichtigt werden.

Doch ist nicht alles Gold was glänzt. Eine Eigenentwicklung birgt nämlich auch ihre Tücken. Und die mussten sowohl mein IT-Unternehmen als auch einer meiner Kunden am eigenen Leib erfahren.


Status quo oder der Nachteil einer Eigenentwicklung

Unsere eigenen Probleme …
Bei Solutionbar hatten wir viele Jahre lang eine individuell programmierte Lösung im Einsatz. Zunächst war es ein einfaches Ticketsystem, aber mit der Zeit wuchs die Software immer weiter. Nach dem Ticketsystem wünschten wir uns eine Zeiterfassung. Dann eine Möglichkeit, Angebote zu schreiben. Dann ein CRM. Dann ein Rechnungsmodul. Schritt für Schritt wuchs unsere Eigenentwicklung von einem Ticketsystem zu einer komplexen Lösung. Der Haken: Je mehr dazuprogrammiert wurde, umso mehr Probleme traten auf. Gab es einen Bug und wurde dieser durch den beauftragten Programmierer behoben, folgte kurze Zeit später das nächste Problem.

Erschwerend kam hinzu, dass sich das Programmierer-Team, das wir ursprünglich auf die Entwicklung und Programmierung unserer Eigenentwicklung angesetzt hatten, auflöste. Zuletzt blieb nur noch ein Programmierer übrig, der künftig alle Anpassungen und Bug-Beseitigungen selber stemmen musste. Die Abhängigkeit von einer einzigen Person brachte weitere Schwierigkeiten. Fehler wurden nicht mehr innerhalb weniger Stunden, sondern erst nach Wochen behoben. Die Anforderungsliste an neue Funktionen wuchs, der Programmierer kam aber nicht hinterher. Und plötzlich verkündete der Freelancer auch noch, dass er sich komplett aus dem IT-Geschäft zurückziehen möchte.

Für mein Team und mich war spätestens jetzt klar: Wir müssen uns von der Ein-Mann-Lösung verabschieden und zu einer standardisierten Lösung wechseln. Unsere Wahl fiel letztendlich auf das ERP-System weclapp, das nun seit rund zwei Jahren bei Solutionbar im Einsatz ist.

Schnell erkannte ich die Vorteile der standardisierten Cloud-Lösung: Ein Tool, das stetig weiterentwickelt wird und auf die Bedürfnisse zahlreicher Kunden zugeschnitten ist, funktioniert meist besser, als eine Lösung, die nur auf Basis eigener Vorstellungen entsteht. Auf einige Funktionalitäten in der weclapp-Software wären wir selbst nie gekommen. Jetzt sind wir aber froh, dass es sie gibt und wollen sie im Arbeitsalltag nicht mehr missen.

… und die unseres Kunden
Doch warum schreibe ich das jetzt alles? In diesem Beitrag soll es schließlich um die Dokumentation der Einführung einer ERP-Lösung bei einem unserer Agentur-Kunden gehen.

Ganz einfach: Unser Kunde hatte genau die gleichen Schwierigkeiten wie wir. Auch er setzte auf die Eigenentwicklung und auch er arbeitete mit dem Programmierer-Team (und später dem einzelnen Programmierer) zusammen, das auch für uns tätig war.  Genau genommen arbeitete der Kunde mit einer selbstprogrammierten Lösung auf Basis der Solutionbar-Lösung.

Unser Kunde startete als kleine Agentur mit rund zwanzig Angestellten. Heute arbeiten mehr als doppelt so viele Leute in dem Laden. Die Anforderungen an das ERP-System wurden also immer größer. Und was ist passiert? Die Strukturen der Software wurden nach und nach so komplex, dass die Lösung förmlich zu explodieren drohte. Der übriggebliebene Programmierer kam nicht mehr hinterher – und traute sich an einige Funktionen gar nicht mehr ran.

Und jetzt kommen wir ins Spiel: Denn besagte Agentur möchte nun eine neue Agentursoftware haben. Wir helfen bei der der Auswahl und der Zusammenstellung der Anforderungen, bei der Suche nach einem passenden Anbieter und schlussendlich bei der Implementierung des neuen Systems.

Dokumentation: Die Einführung eines ERP-Systems

Erster Schritt: Anforderungen definieren

Drei Kriterien stehen für uns bereits fest: Die neue Software für unseren Kunden muss plattformunabhängig betrieben werden können, funktional sein und schick aussehen. Gerade Letzteres ist in der Agenturwelt ein absolutes Muss. Auch wenn etwa ein Steuerberater mit dem Grüngrau von DATEV gut klarkommen mag – Kreative brauchen Lösungen, die eine rechtskonforme Arbeitsweise zulassen UND dabei gut aussehen.

Schaut man sich mit diesen Anforderungen das äußerst komplexe Angebot an ERP-Systemen an, bricht ein Großteil bereits weg:

  • Plattformunabhängig ohne Client-Installation: Wir brauchen eine browserbasierte Lösung, die unabhängig vom Betriebssystem genutzt werden kann. Somit fallen alle Lösungen, die zunächst auf den Rechnern der Anwender installiert werden müssen, raus.
  • Schick ist das Ganze, wenn es den Ansprüchen von Designern bzw. Design-Agenturen standhält. Das heißt: Das User Interface muss nicht nur übersichtlich sein und durch seinen modularen Aufbau eine intuitive Bedienung zulassen – sondern es muss auch ansprechend gestaltet sein. „Ansprechend“ ist ein Tool dann, wenn es nach einem durchdachten Designkonzept – von der Menüführung über die eingesetzten Icons bis hin zu verschiedenen Schriftarten und -größen – gestaltet ist.
  • Funktional ist die Lösung, wenn sie den Anforderungen einer Agentur gerecht werden kann. Das heißt: die Agentur muss in der Lage sein, mit dem System einen Pauschalauftrag abbilden oder eine Kostenschätzung für eine Abrechnung nach Stunden abgeben zu können. Und hier wird es knifflig: Kommen Freelancer und andere Fremdleistungen (wie etwa die Zusammenarbeit mit einer externen Druckerei) ins Spiel, müssen auch die dadurch entstehenden Kosten von der ERP-Lösung berücksichtigt werden. Genau das fehlt unserem Kunden aktuell.

Derzeit ist unser Kunde dabei, eine Anforderungsliste zusammenzustellen. Über Mitarbeiterinterviews wird ermittelt, welche Funktionen derzeit zur Verfügung stehen, was an diesen gut oder schlecht ist und welche weiteren Funktionen dringend benötigt werden. Auf Basis der gesammelten Anforderungen werden wir dann ein Lastenheft erstellen und uns auf die Suche nach dem passenden Anbieter machen. (Mehr zu den Anforderungen finden Sie im Abschnitt „Welche Anforderungen gibt es?“)

Außerdem werden wir nur Anbieter in Betracht ziehen, die

  1. bereits mehrere Jahre am Markt etabliert sind und ihre ERP-Software kontinuierlich weiterentwickeln,
  2. ein ansprechendes Interface-Design ihrer Lösung vorweisen können und
  3. über gute Referenzen von anderen Agenturen verfügen.

Mit diesen bereits bestehenden Anforderungen habe ich mir einen ersten Überblick über Systeme verschafft, die von sich behaupten, Agentursoftware zu sein. Insgesamt habe ich weit über 100 solcher Lösungen gefunden. Das Branchen-Magazin PAGE hat im Mai 2015 ein Extra Booklet: Agentursoftware für die Kommunikations- und Designbranche veröffentlicht. Leider ist dieses Booklet aber nur eine Anzeigenplattform für einige wenige Hersteller, die dort einen Anzeigenplatz gebucht haben.

Eine viel bessere Auswahl hat dagegen das Portal Agentursoftware-Guide zusammengestellt. Hier hat die Autorin und Agentursoftware-Beraterin Heike Mews sehr übersichtlich jede Lösung mit ihren Funktionen verglichen. Auch ist hier sehr gut ersichtlich, welche Server-Technologie die jeweilige Software verwendet.

Nach intensiver Recherche, konnte ich die Anzahl der in Frage kommenden Tools auf knapp 10 Prozent eingrenzen. Ich habe dabei alle Systeme gestrichen, die aus meiner Sicht keine Agentur-Prozesse abbilden können bzw. nicht für unseren Kunden in Frage kommen.

Hier kommt meine aktuelle Top 10
(browserbasiert, schick, funktional)

Logo Produkt Markteinführung Cloud/SaaS Inhouse Server Interfacedesign Funktionsumfang
PROAD-agentursoftware PROAD 1988 (✓)
(Kunden Webserver)
★★★☆☆ ★★★★★
TEAMBOX-agentursoftware TEAMBOX 2005
(Deutschland)
★★★★☆ ★★★★☆
easyJOB-agentursoftware easyJob 1998
(Deutschland)
★★★☆☆ ★★★★☆
QuoJob-agentursoftware QuoJob 2001
(Deutschland)
★★☆☆☆ ★★★★☆
kbm-pro-agentursoftware KBMpro 2004 (✓)
(Kunden Webserver)
★☆☆☆☆ ★★★★☆
agentursoftware poool 2014
(Deutschland)
★★★★★ ★★★☆☆
troi-agentursoftware Troi 2001 (✓)
(Kunden Webserver)
★★★★★ ★★★☆☆
„weclapp-agentursoftware" Weclapp 2012
(Deutschland)
★★★☆☆ ★★★☆☆
HQ-Simplified-Business-Agentursoftware HQ Simplified Business 2011
(Deutschland)
★★☆☆☆ ★★★☆☆
„moco-agentursoftware" MOCO 2010
(Schweiz)
★★★★★ ★★☆☆☆

 

Wie es weiter geht erfahren Sie hier in Teil 2

Lohnt sich die Apple Watch? (Erfahrungsbericht Teil 2)

Ich bin Apple-Watch-Besitzer der ersten Stunde. Nicht, weil ich fanatisch hinter jeder neuen Errungenschaft des kalifornischen Herstellers her bin, sondern weil es mein Beruf schlichtweg notwendig macht. Schließlich ist es als Apple-Berater meine Aufgabe, solche Geräte bestens zu kennen und immer im Haus zu haben.

Die Apple Watch nutze ich nun seit knapp drei Monaten und weiß jetzt, was sie wirklich bringt: Sie ist eine externe Verbindung zum iPhone. Als eine Verknüpfung zwischen Handgelenk und Smartphone ist sie allerdings KEIN eigenständiges Gerät und lohnt sich deshalb nur in Verbindung mit einem iPhone.

Praktische Verbindung
Es ist einfach toll, wenn man sein iPhone in der Hosentasche trägt und mit einem Blick auf die Apple Watch weiß, was Sache ist. Egal ob SMS, Anruf oder anstehender Termin – die Uhr erinnert mich dran, ohne dass ich mein iPhone zücken muss…und bleibt dabei schön diskret. So kann ich etwa bei einem Anruf einfach meine Hand auf den Bildschirm meiner Apple Watch legen und den Vibrationsalarm auf diese Weise unterdrücken. Das kann gerade in Meetings ungemein praktisch sein. Als funktionales Hilfsmittel ist die Uhr also durchaus empfehlenswert.

Und ein weiterer Vorteil hat sich in den drei Monaten mit der Apple Watch bemerkbar gemacht: Ich habe eine gewisse Distanz zu meinem iPhone aufgebaut, ohne Angst haben zu müssen, etwas zu verpassen. Selbst wenn ich es nicht am Körper trage, bin ich über die Apple Watch stets mit meinem iPhone verbunden. So kann ich etwa beim abendlichen Fernseh schauen mein iPhone einfach im Nachbarzimmer auf dem Schreibtisch liegen lassen, werde aber über meine Uhr über eingehende Anrufe und Nachrichten informiert.

Mein Fazit
Die Apple Watch ist eine tolle Ergänzung zum iPhone, die es mir ermöglicht, eine gesunde Distanz zu meinem Smartphone aufzubauen. Nach drei Monaten in Gebrauch will ich sie nicht mehr missen. Dennoch trauere ich meinen schicken Armbanduhren hinterher in der Hoffnung, dass Apple es in naher Zukunft schafft, Funktionalität und Design zu vereinen. Bis dahin verzichte ich aber gerne auf den geliebten klassischen Style.

Mein Weg zur Apple Watch (Erfahrungsbericht Teil 1)

Vom Klassiker …

Ich bin – wie viele Männer – ein Freund schöner Uhren: „Schön“ bedeutet hier vor allem stilvoll, mit ansprechendem Zifferblatt und elegantem Lederarmband. Mit dem Aufkommen der Smartwatches gerate ich allerdings in eine Zwickmühle: Denn meist kommen die intelligenten Uhren eher sportiv daher und bestehen zum Großteil aus Plastik. Wie es aussieht, muss ich zumindest vorläufig von meiner Liebe für Uhrenklassiker Abschied nehmen.

… über meine erste Smartwatch …

Zum Glück fand ich eine Lösung für mich: Die Smartwatch Acitivité des französischen Herstellers Withings. Die Activité ist eine der wenigen Uhren, bei der klassisches Uhrendesign mit den Vorzügen moderner Technologie verbunden wird. Die Uhr sieht aus wie eine normale Uhr, trackt aber Aktivitäten und überträgt alle erfassten Daten direkt auf das iPhone. Mit dieser Uhr hatte ich einen großartigen Kompromiss zwischen einem funktionalen Schrittzähler, einer tollen App und einer optisch ansprechenden Uhr gefunden – und das alles in einem einzigen Gerät.

Besonders gut gefällt mir an der Activité außerdem, dass der Akku bis zu acht Monate hält und die Uhr immer absolut genau geht. Da können sich andere Smartwatch-Hersteller noch eine Scheibe von abschneiden.

… bis zur Apple Watch

Die Activité habe ich eine ganze Zeit lang getragen. Dann kam vor rund drei Monaten die Apple Watch auf den deutschen Markt. Ich habe sie mir direkt in der Standardvariante in der Farbgebung „Space Gray“ zugelegt. Mein erster Eindruck: eher traurig. Nicht weil die Uhr nicht funktionierte oder mich gar in ihrer Funktionalität enttäuschte, sondern einfach, weil die doch eher sportive Aufmachung der Uhr einen Uhrenliebhaber wie mich einfach nicht glücklich machen kann.

Die Apple Watch ist in ihrer Erscheinung mehr Sport-Tracker als Uhr. Optisch kann sie mich also leider nicht überzeugen – aber vielleicht schraubt Apple für die kommenden Modelle ja noch am Design. Auch die Akku-Lebensdauer ist nicht mit der Laufzeit der Activité vergleichbar. Schon nach 1,5 Tagen muss die Apple Watch aufgeladen werden.

Auch wenn ich in Sachen Design Abstriche in Kauf nehmen muss, überzeugt mich die Apple Watch dennoch durch ihre Funktionsvielfalt. Sie kann das Gleiche wie die Acitvité und noch viel mehr. Sie ist wie ein Tracker und ein iPhone zugleich, nur eben am Handgelenk. Die Apple Watch erkennt – wie ein guter Sport-Tracker – ob ich stehe, laufe und wann ich Sport treibe. Zugleich verbindet sie mich mit meinem iPhone. Das ist mein persönliches Highlight.

Was die Apple Watch wirklich bringt erfahren Sie im Artikel Lohnt sich die Apple Watch?