Über die Arbeit im Homeoffice. Wie gelingt Nähe in der Distanz?

Dieser Kommentar erschein im März 2021 im Dialog Horizont (Print)

In der Pandemie ist das Homeoffice von einer Bonifikation für wenige zu einer Normalität für viele geworden. Dieser Wandel ist die wohl wichtigste und wahrscheinlich bleibende Folge von Corona in der Arbeitswelt. DIALOG hat fünf Agenturchefs gefragt, welche Erfahrungen sie mit der Fernbeziehung zu den Mitarbeitern gemacht haben und worauf sie in Zukunft hoffen.

Marco Peters (Nextwork):

„Unsere Erfahrung ist: je mehr Freiheit Menschen haben, desto mehr Eigenverantwortung übernehmen sie auch. Durch die größere Flexibilität in der Tagesplanung und die Möglichkeit, selbst über die eigene Zeit zu entscheiden, wird Bürozeit zur Quality-Time war, die zum austausch mit Kollegen dient. Das ist zugleich allerdings auch der große Nachteil, wenn alle im Homeoffice sind: Der Flurfunk kommt zum Erliegen, es ist viel mehr Abstimmung nötig.

Eine 100-prozentige Homeoffice-Lösung kommt deshalb für uns nicht in Frage. Aber 50 Prozent sind durchaus denkbar. Denn die Produktivität im Homeoffice ist bei uns sehr gut. Den Unterschied machen die wegfallenden Wege- und Reise-Zeiten, etwa fürs Pendeln und für Geschäftsreisen. Die Ersparnis bedeutet mehr Zeit für produktive Arbeit, aber auch Privates. Durch Corona angestoßen denken wir aber nicht nur übers Homeoffice nach, sondern grundsätzlich über Remote-Work. Wir können uns gut vorstellen, künftig die Möglichkeit anzubieten, auf Zeit von ganz woanders zu arbeiten, zum Beispiel am Meer oder auf einer Insel.“