Sieben Jahre, sieben Monate – und ein Abschied, der bleibt

2018. Das Jahr der Datenschutzgrundverordnung. Der Start von TISAX. Und für uns ein Jahr, in dem das Beratungsgeschäft plötzlich stark wuchs. Mir war klar: Wir brauchen Struktur. Wir brauchen jemanden, der Projektmanagement wirklich kann.

Und ich dachte an Lena. Wir kannten uns von einer befreundeten Agentur, bei der sie früher gearbeitet hatte. Ich wusste, dass sie inzwischen etwas ganz anderes machte. Trotzdem habe ich sie einfach angerufen. Sie hat mich sofort erkannt. Und dann kam dieser Satz:

„Bist du sicher, dass du mich meinst? Ich habe keine Ahnung von Informationssicherheit. Und was bitte ist TISAX?“

Wie alles dann wirklich anfing

Offiziell startete Lena als Projektmanagerin. Mein Plan war eindeutig: Wir professionalisieren unser Projektmanagement.

Der Plan hielt exakt zwei Tage.

Beim ersten gemeinsamen Kundentermin stellte der Kunde klar, dass er keine Stunden für Projektmanagement bezahlen werde. Consultants ja. Projektmanagement nein.

Nach dem Termin habe ich mit Lena gesprochen. Sie ist ab sofort Consultant Informationssicherheit.

Was ich an diesem Moment bis heute schätze: Sie hat nicht gezögert. Sie hat gelernt, Zertifizierungen gemacht, sich in Themen eingearbeitet und Verantwortung übernommen. Der Plan, der keiner war, funktionierte – weil die Person stimmte.

Was sich dadurch verändert hat

Bis zu Lenas Einstieg war Nextwork – damals noch solutionbar – operativ ein reiner Männerhaufen. Es gab vereinzelt Kolleginnen im Unternehmen, aber überwiegend im Office Management oder in Finance. In der Beratung selbst? Fehlanzeige.

Lena war die erste operative Frau im Beratungsgeschäft. Und ohne dass wir es strategisch geplant hätten, begann mit ihr eine Entwicklung. Heute ist es bei Nextwork völlig normal, dass unser Team ziemlich genau zur Hälfte aus Frauen und Männern besteht. Das ist kein Ziel gewesen, das wir auf ein Flipchart geschrieben haben. Es ist einfach gewachsen. Kultur entsteht nicht durch Beschlüsse. Sie entsteht durch Menschen.

Wenn jemand Verantwortung übernimmt, sich fachlich entwickelt, sichtbar wird und bleibt, verändert das ein Unternehmen – von innen und von außen.

Was Lena in dieser Zeit geleistet hat

Lena hat nicht nur den Weg von der Projektmanagerin zur Senior Consultant gemacht.

Sie ist Mutter geworden. Zweimal. Und genau in dieser Phase haben wir eine Entscheidung getroffen, die mir bis heute wichtig ist:

Als sie 2021 in Mutterschutz ging, haben wir sie nicht „erstmal ziehen lassen“. Wir haben sie ins Management geholt. Pünktlich zum Start ihrer Elternzeit übernahm sie die Rolle als Head of People. Nicht als symbolischer Titel. Sondern als klares Commitment. Wir wollten nicht sagen: „Mach du mal, wir schauen dann später.“ Wir wollten eine echte Perspektive anbieten. Einen konkreten Plan für den Wiedereinstieg. Ich bin aus eigener Erfahrung überzeugt, dass junge Mütter und Väter mit einer ganz anderen Haltung in diese Phase gehen, wenn Klarheit da ist. Für Lena bedeutete das auch einen bewussten Rollenwechsel.

Nach Jahren im operativen Kundengeschäft wechselte sie in eine interne Managementrolle, die mehr Flexibilität und gleichzeitig einen größeren Hebel bot. Was sie dort aufgebaut hat, war nicht laut. Aber entscheidend. Struktur im Personalwesen. Klarere Prozesse. Mehr Professionalität in einem Unternehmen, das schnell gewachsen ist. Wir haben von ihrer Erfahrung profitiert – nur an einer anderen Stelle im System.

Was bleibt

Heute ist Lenas letzter Arbeitstag. Abschiede gehören dazu. Und trotzdem sind sie nie neutral.

Ich bin traurig, dass sie geht. Nicht aus Prinzip, sondern weil sie über viele Jahre Verantwortung getragen, Entwicklung mitgestaltet und Nextwork geprägt hat. Gleichzeitig empfinde ich Stolz. Stolz darauf, dass wir gemeinsam ein Stück Weg gegangen sind, das für uns beide prägend war. Unternehmen bestehen nicht aus Strategien. Sie bestehen aus Menschen, die sich einbringen, wachsen, Verantwortung übernehmen – und irgendwann weiterziehen. Die Spuren, die Lena hinterlässt, bleiben. In Strukturen. In Kultur. In Selbstverständlichkeiten, die früher keine waren.

Liebe Lena, danke für deinen Mut am Anfang, deine Entwicklung unterwegs und deinen Beitrag zu dem, was Nextwork heute ist.

Für deinen nächsten Schritt wünsche ich dir Klarheit, Freude und Erfolg.

Und das Bob & Co bleibt ein Ort, an dem du jederzeit willkommen bist – nicht als ehemalige Kollegin, sondern als Teil unserer Geschichte.


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