Kategorie: Fachartikel

Auf der Suche nach der richtigen Agentursoftware (Teil 5, Finale)

Es ist jetzt fast genau ein Jahr her, da startete ich mit der Blogreihe zum ThemaAuf der Suche nach der richtigen Agentursoftware”. Die Idee für dieses Thema kam mir durch ein Projekt. Eine Kunde von mir eine Agentur mit rund 50 Mitarbeitern suchte nach einer Software, mit der sich die Prozesse in ihrem Hause abbilden, Zeiten erfassen und Projekte managen lassen sollten. Im Zuge meiner Recherchen stellte ich schnell fest: Das Thema ist brandheiß. Denn viele Agenturen sind in der schwierigen Situation, zwar eine breite Auswahl an ERP- und CRM-Systemen vorfinden zu können, die speziellen Agentur-Bedürfnisse kommen bei den klassischen Standardlösungen aber oft zu kurz.

Ursprünglich wollte ich im fünften und letzten Teil 5 der Serie erläutern, wie sich die gefundene Agentursoftware bei unserem Kunden wirklich schlägt und wie die Anwender mit der Lösung zurechtkommen. Doch seit Teil 4 ist viel passiert. Ich habe mehrere Agenturen bei der Suche nach einer passenden Software und deren Einführung begleitet und stellte fest: Bei jeder Agentur fing meine Suche wieder bei null an. Woran das liegt? Vor allem an den Ausgangssituationen, die von Agentur zu Agentur anders sind. Einige Agenturen hatten beispielsweise überhaupt noch nie mit einer Agentursoftware gearbeitet (einer meiner Kunden schrieb seine Rechnung lange Zeit ausschließlich mit InDesign). Bei anderen wiederum gab es bereits eine Software – die Agenturen mussten jedoch feststellen, dass diese den aktuellen Anforderungen nicht mehr gerecht wurde.

Den fünften Teil dieser Blogreihe möcht ich nun dazu nutzen, meine Erfahrungen aus den letzten Monaten zusammenzufassen und ein Fazit aus den gesammelten Erlebnissen mit meinen Agenturkunden zu ziehen. Zugleich möchte ich jedem Agenturinhaber die Angst vor dem Wechsel zu einer neuen Software nehmen. Denn Folgendes konnte ich bei jeder Zusammenarbeit feststellen: Die Umstellung lohnt sich für eine Agentur immer!

Die beliebtesten Agentursoftwares

Eines vorneweg: Es gibt nicht DIE Software, mit der jede Agentur richtig fährt. Schließlich sehen die Prozesse in jedem kreativen Haus anders aus. Auch die Anwender ticken immer unterschiedlich. Dennoch möchte ich Ihnen die Top 3 der Agentursoftwares meiner Kunden nicht vorenthalten. Diese Lösungen sind nicht automatisch die besten, kamen aber bei meinen Kunden besonders gut an.

TEAMBOX, PROAD und QuoJob das sind die drei Software-Lösungen, für die sich die meisten meiner Kunden entschieden haben. Jedes dieser Systeme hat seine Vor- und Nachteile. Das eine ist besonders benutzerfreundlich, das andere hat mehr Funktionen, das nächste glänzt durch eine besondere Individualisierbarkeit. Dennoch: Auch, wenn diese Top 3 besonders gut angekommen ist, kann für Ihre Agentur auch eine andere Software die beste Lösung sein.

Jede Agentur ist anders

Wie anfangs erwähnt, gibt es bei Agenturen verschiedenste Ausgangssituationen. Auf der einen Seite stehen Agenturen, die ihre Prozesse bereits digitalisiert haben. In den letzten Monaten konnte ich feststellen, dass diesen Kandidaten die Umstellung auf eine neue Lösung meist leichtfällt.  

Auf der anderen Seite gibt es die Agenturen, die noch gar keine Software zur Abbildung ihrer Prozesse nutzen. Diese behelfen sich z. B. mit Excel-Listen, handschriftlichen Stundendokumentationen und Rechnungsvorlagen aus InDesign oder Word. Solche Agenturen tun sich mit der Umstellung meist schwerer und doch ist das Fazit jedes Mal das Gleiche. Nach einer gelungenen Software-Implementierung höre ich in zehn von zehn Fällen den Satz: „Warum haben wir das nicht schon früher gemacht?”

Eine vernünftige Software-Recherche und -Umstellung ist mit viel Arbeit verbunden – das steht außer Frage. Doch ich garantiere Ihnen: Die Arbeit lohnt sich! Mit folgendem Beispiel möchte ich diese Behauptung für Sie untermauern:

Bessere Kontrolle und entspannte Nerven durch systematische Zeiterfassung

Besonders mit dem Thema Zeiterfassung haben viele Agenturen zu kämpfen. Die Mitarbeiter empfinden das Nachtragen ihrer abgeleisteten Stunden als lästig. Dabei kann es so einfach sein.

Einer meiner Kunden hat sich für ein Jobmanagement-Tool entschieden. Sobald ein Auftrag reinkommt, wird dieser per Klick an die zuständige Abteilung weitergeleitet und einem Mitarbeiter zur Bearbeitung zugeteilt. Dieser sieht sofort, wie viele Stunden in welchen Kalenderwochen für diesen Auftrag eingeplant sind. Wenn der Mitarbeiter am Ende jedes Arbeitstages seine Stunden auf die zugehörige Projektnummer bucht, sind alle sofort informiert (Projektmanager, Vorgesetzte usw.). Beim nächsten Login weiß der Mitarbeiter sofort, wie viel Zeit er schon für den Job verbraucht hat bzw. wie viel Zeit ihm zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung steht.

Der Vorteil des Jobmanagement-Tools liegt auf der Hand: Die Kontrolle über aufgewendete Arbeitszeiten ist viel genauer. Sollte einmal festgestellt werden, dass ein Auftrag viel mehr Zeit verbraucht, als ursprünglich geplant, kann das Projektmanagement noch rechtzeitig einlenken. Damit wird das wohl größte Problem von Agenturen gelöst. Denn wird der Zeitrahmen aufgrund einer schlechten oder gar fehlenden Zeiterfassungslösung gesprengt, lässt sich mit dem Kunden nicht mehr nachverhandeln. Machen dagegen alle Mitarbeiter ihre Zeiterfassung zeitnah, spart man sich eine Menge Nerven – und auch die Mitarbeiter sind viel glücklicher.

 

So gelingt die Suche nach der passenden Agentursoftware

Die Taskforce

„So geht es nicht weiter, wir brauchen eine vernünftige Agentursoftware!” Wenn Sie diesen Entschluss fassen, sollten Sie zuerst eine Taskforce im Unternehmen aufstellen, die sich um das Projekt Neue Agentursoftware kümmert – und zwar komplett: von der Recherche bis zur Umsetzung.

Diese Taskforce sollte sich aus Mitarbeitern verschiedener Abteilungen zusammensetzen. Dazu gehören Personaler, die Finance-Abteilung, das Projektmanagement und der Designchef. Ganz wichtig und allen voran: die Geschäftsführung.

Im Idealfall holen Sie sich einen Digitalisierungsexperten ins Team. Im Idealfall haben Sie sogar schon jemanden, der sich bereits früher um die Einführung verschiedener Tools gekümmert hat (wie Zeiterfassung, Urlaubsplanung, Bewerbermanagement oder Ressourcenplanung). Dieser Digitalisierungsprofi kann als externer Berater fungieren. Haben Sie in Ihrem Unternehmen bereits einen Profi, der die Prozesse kennt und weiß, was das Unternehmen wirklich braucht? Dann nutzen Sie diese Wissensressource.

Ganz wichtig: Vertrauen Sie auf das Konzept der Taskforce. Viele machen den Fehler und setzen ausschließlich einen Projektmanager auf das Thema an. Doch geht es bei einer Agentursoftware um viel mehr als reines Projektmanagement. Jede Abteilung hat ein Mitspracherecht.

Die Anforderungsliste

In Teil 2 dieser Blogreihe habe ich eine Anforderungsliste zum Download bereitgestellt. Dieses Dokument ist recht umfangreich, ist dadurch aber ein toller Leitfaden, um sich bewusst zu werden, was eigentlich benötigt wird. Ihre Taskforce sollte sich diese Liste in Ruhe vornehmen und entscheiden, welche Funktionen wirklich gebraucht werden und welche Tools für Ihre Bedürfnisse irrelevant sind.

Auf Basis der Anforderungsliste kann die Taskforce nun verschiedenste Agentursoftware-Lösungen vergleichen und überprüfen, ob diese den Anforderungen gerecht werden. Ist bei einem Punkt auf der Liste nicht klar, ob die Lösung diese Funktion bereithält, kontaktieren Sie einfach den Anbieter. Dieser hilft mit Sicherheit gerne weiter.

Die Präsentation und Probe aufs Exempel

Ist die Liste einmal ausgefüllt und mit den in Frage kommenden Anbietern abgeglichen, geht es ans Eingemachte: Laden Sie Ihre Favoriten zu einer Software-Präsentation in Ihr Unternehmen ein. So haben Sie die Chance, jede einzelne Software ausführlich kennenzulernen und die Experten mit Fragen zu löchern.

Im Rahmen einer jeden Präsentation werden Sie schnell bemerken, ob die jeweilige Software (und auch das Team dahinter) zu Ihrer Agentur passt. Häufig stellt sich bei solch einer Präsentation auch heraus, dass eine vermeintlich fehlende Funktion doch existiert oder eine elegante Alternativlösung zur Abbildung des Prozesses gefunden werden kann.

Haben Sie nach den Präsentationen bereits Ihren Favoriten gefunden: Herzlichen Glückwunsch! Falls das nicht der Fall ist und Sie noch zwischen zwei oder drei Lösungen schwanken, ist das kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Seriöse Software-Hersteller bieten meist eine kostenfreie Testphase an, in der Sie die Software auf Herz und Nieren testen können. Danach wissen Sie ganz sicher, welche Ihr persönlicher Sieger ist.

Keine Angst haben einfach machen!

Ich kann es nicht oft genug betonen: Nehmen Sie das Projekt Agentursoftware ernst und kümmern Sie sich kontinuierlich darum. Das Projekt sollte niemals liegen bleiben.

Ich kenne das von verschiedenen Agenturen nur zu gut: Ein paar Monate lang wird das Thema Agentursoftware vergessen. Wird dann aber immer deutlicher, dass auf eine neue Agentursoftware nicht mehr verzichtet werden kann, ist es ein echter Kraftakt, wieder an vorher gesammelte Erkenntnisse anzuknüpfen. Daher mein Tipp: Vereinbaren Sie innerhalb der Taskforce einen monatlichen Jour fixe. Bei diesem Meeting verteilen Sie alle anfallenden Aufgaben an die einzelnen Teammitglieder. Beim folgenden Jour fixe werden die Lösungen dann besprochen.

Ja, es stimmt: Die Suche nach der richtigen Agentursoftware ist zeit- und arbeitsintensiv. Aber glauben Sie mir: Mit der passenden Lösung werden die Prozesse in Ihrer Agentur so viel besser, dass auch Ihre Mitarbeiter glücklicher werden. Und keine Angst: Sie bekommen das hin. Ich garantiere Ihnen: Wenn Sie ein zuverlässiges Team auf das Projekt ansetzen, sich kontinuierlich um das Thema kümmern und sich nicht blindlings für eine beliebte Lösung (wie aus der obigen Top 3) entscheiden, werden Sie rückblickend sagen, dass es das alles wert war.

 

Falls Sie auf der Suche nach einer passenden Agentursoftware für Ihr Unternehmen sind und nicht weiterkommen, unterstütze ich Sie gerne bei Ihrem Projekt. Das gilt auch für jeden Prozess, den es in Ihrem Hause zu digitalisieren gilt.

 

Wer hat Angst vorm Audit? (Teil 2)

In den letzten Wochen und Monaten habe ich einige Audits begleitet. Es ist spannend, zu beobachten, wie dieses Thema immer mehr an Fahrt gewinnt. Das ist besonders bei solchen Kunden der Fall, die sich bisher nicht so intensiv mit dem Thema Informationssicherheit beschäftigt haben – weil sie es auch nie zwingend mussten. 

Ein Beispiel sind Agenturen. Von den Kreativhäusern erreichen uns immer mehr Anfragen wie diese: „Bei uns steht ein Audit an und wir wissen nicht, was nun zu tun ist.“ 

Diese vermehrt auftretenden Anfragen kommen nicht von ungefähr. Immer mehr Agenturen werden durch ihre Auftraggeber in Form eines „Lieferanten-Audits“ auf ihre Eignung überprüft – insbesondere solche, die für deutsche Automobilhersteller arbeiten. Denn gerade bei technischen Entwicklungen wird höchster Wert auf Informationssicherheit und Geheimhaltung gelegt.

Deshalb mein Tipp für jede Agentur, die mit diesen oder ähnlichen Kunden zu tun hat: Setzen Sie sich mit dem Thema Informationssicherheit auseinander! Wenn Sie dies getan haben, empfehle ich noch einen weiteren Schritt: Kümmern Sie sich um ein Information Security Management System (ISMS).

Fragen über Fragen

Ich kann mir vorstellen, dass Ihnen nun folgende Fragen unter den Nägeln brennen:

  1. Was ist denn ein ISMS?
  2. Was muss man bei der Implementierung eines ISMS berücksichtigen?
  3. Wann reicht ein „Mini-ISMS“ aus?
  4. Und was hat das alles mit dem VDA-Fragebogen aus Teil 1 zu tun?

Ein Audit – mehr als eine Unterschrift

Im ersten Teil dieser Blogreihe habe ich bereits erklärt, was ein Audit überhaupt ist. Noch einmal in der Kurzfassung: 

Ein Audit ist ein Verfahren, bei dem die unternehmensinternen Prozesse mit Blick auf die Informationssicherheit untersucht werden.

Ich habe im ersten Teil außerdem darauf hingewiesen, dass es bis vor wenigen Jahren ausreichte, seinen Kunden die Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien durch eine Unterschrift zu bestätigen. 

Doch seit rund zwei Jahren sieht das anders aus: In Deutschland gibt es bereits Automobilhersteller, die von ihren Partnerfirmen, also natürlich auch von ihren Agenturen, ab einer Umsatzhöhe von einer Millionen Euro die ISO-27001-Zertifizierung fordern (oder zumindest ein ISMS, das den geforderten Standards gerecht wird – dazu aber später mehr). 

Das große Problem ist, dass die meisten Auftragnehmer nicht genau wissen, was sie da eigentlich unterschreiben. Während früher also eine bloße Unterschrift als Nachweis für das Vorhandensein einer ISO-Zertifizierung oder eines durchdachten ISMS ausreichte, wird die Einhaltung der Sicherheitsstandards (Maßnahmen) heute direkt beim Auftragnehmer überprüft – im Rahmen eines Audits. Sollte dabei herauskommen, dass die vereinbarten Sicherheitsstandards nicht eingehalten werden, besteht akuter Handlungsbedarf!

ISO und ISMS: Was ist was – und wo ist der Zusammenhang? 

Ganz einfach: Im Rahmen einer ISO-27001-Zertifizierung wird überprüft, ob ein Unternehmen ein ISMS hat, das die ISO-Anforderungen erfüllt. Der Name kann allerdings ganz schön verwirren: Aufgrund des Wörtchens „System“ im Namen denken viele, ein ISMS sei eine schicke Software-Lösung, die sich vollautomatisch um die Einhaltung der ISO-Richtlinien kümmert. Weit gefehlt! Ein ISMS ist vielmehr eine festgeschriebene und gelebte Strategie, die die Informationssicherheit im Unternehmen gewährleisten soll. Also zusammengefasst:

In einem ISMS sind Unternehmensprozesse definiert und Richtlinien festgelegt. Ein ISMS fungiert als Leitfaden für alle Beteiligten. 

Da hängt viel dran – denn ein ISMS muss gemanagt und durch die gesamte Belegschaft, die Chefetage sowie externe Dienstleister gelebt werden. Zudem sollte es einen Informationssicherheitsbeauftragten geben, der sich um das ISMS und dessen Einhaltung kümmert. 

Gesammelt werden die selbst festgelegten Standards in einer sogenannten „Sicherheitsleitlinie“. Wenn Sie das Wort in die Google-Suche eingeben, werden Sie viele Sicherheitsleitlinien finden, die Unternehmen öffentlich gemacht haben. Hier können Sie sich Inspiration holen! 

Nicht immer einfach: ISMS rechtfertigen 

Immer wenn ich das Thema ISO 27001 auf den Tisch bringe, stoße ich nicht gerade auf Begeisterung. Alle denken direkt an IT-Sicherheit – und genau dieses Thema macht den meisten keinen großen Spaß. 

Dabei handelt es sich bei der ISO 27001 überhaupt nicht um ein IT-Sicherheitszertifikat! 

Ein ISMS lässt sich selbst völlig ohne den Einsatz von Computern einführen. Nämlich bei allen Unternehmen, die ausschließlich mit Papier, Ordnern und Tresor arbeiten. So arbeiten zum Beispiel viele Steuerberater oder Richter.

Ein ISMS hat eben nicht immer (und wenn, dann nicht nur) mit IT-Sicherheit zu tun. Hier ist vielmehr festgelegt, wie in einem Unternehmen mit sensiblen Informationen umgegangen werden soll und muss. Ob am PC oder auf Papier – das spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle.

Die hohe Kunst bei der Implementierung eines ISMS ist, alle Beteiligten von der Einhaltung der selbst auferlegten Sicherheitsstandards zu überzeugen. Die wichtigste Aufgabe heißt also: alle Mitarbeiter ins Boot holen. 

Tipp: Das geht am besten im Rahmen eines Events. Dem Team muss verdeutlicht werden, was für Ziele in Angriff genommen werden und warum die Einhaltung der Sicherheitsstandards dabei so wichtig ist. Das beste Argument: Die Einhaltung der ISMS-Richtlinien bedeutet Sicherheit – auch beim Kunden. Der vergibt dann gerne einen Auftrag, weil er Vertrauen in die Arbeit der Agentur hat.

Maßnahmenkatalog vs. ISO-Zertifizierung

Warum eine ISO-Zertifizierung Sinn ergibt, habe ich im ersten Teil bereits erklärt. Gerade Agenturen (und andere Dienstleister), die für Automobilkonzerne tätig sind, müssen ISO-zertifiziert sein, um Aufträge zu bekommen. 
ABER: Mit dieser Zertifizierung ist es nicht getan! 

Die Agentur bekommt vom Kunden zusätzlich einen Maßnahmenkatalog vorgelegt. Hierin sind die vom Verband der Automobilindustrie (VDA) festgelegten Maßnahmen verankert. Dazu gehören zum Beispiel:

  1. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle Computer
    Das ist der Identitätsnachweis eines Nutzers mittels der Kombination zweier verschiedener Komponenten. In Agenturen kommt dazu meist ein externer USB-Schlüssel zum Einsatz (z. B. der YubiKey).
  2. Verschlüsselte Festplatten
    Alle Rechner und Server müssen verschlüsselt sein.
  3. Verschlüsselung von E-Mails
    E-Mails müssen je nach Klassifizierung („intern“, „vertraulich“, „geheim“) verschlüsselt sein.
  4. Persönliche Passwörter und 90-Tage-Passwort-Änderung
    Jeder Benutzer hat ein eigenes Passwort, das kein anderer wissen oder einsehen darf (auch nicht in einer in Agenturen üblichen Passwortliste). Der Benutzer muss dieses Passwort außerdem alle 90 Tage ändern!

Wenn Sie sich also die Zeit genommen haben, ein ISMS einzuführen und zertifizieren zu lassen (das dauert etwa sechs bis zwölf Monate) und keine Kosten gescheut haben (mit 50 000 bis 100 000 Euro müssen Sie rechnen), dann haben Sie eine tolle Basis für Ihre Unternehmenssicherheit geschaffen. Die drei oben genannten und vom VDA geforderten Maßnahmen müssen dennoch verfolgt werden. Denn ein ISMS ist zwar eine Basis, nicht aber ein automatischer Garant für die Einhaltung der vier genannten Maßnahmen. 

Ein Mini-ISMS tut es auch

Im ersten Teil dieser Blogreihe habe ich Ihnen von dem ISA-Fragebogen berichtet. Mithilfe dieses Fragebogens werden verschiedene Sicherheitsszenarien abgefragt. Diese lassen sich mit einem durchdachten ISMS erfüllen – auch ohne ISO-Zertifizierung. Es muss also nicht immer ein ISO-zertifiziertes ISMS sein. 

Viele unserer Solutionbar-Kunden (zum Beispiel Agenturen), die für Automobilhersteller tätig sind, vertrauen auf ein – wie ich es nenne – „Mini-ISMS“. Diese Kunden haben mit unserer Hilfe Richtlinien erstellt, Sicherheitsschulungen abgehalten, Prozesse zur kontinuierlichen Verbesserung eingeführt und natürlich die vom VDA vorgegebenen Maßnahmen umgesetzt. Allein dadurch gelang es uns, die 0er- und 1er-Bewertungen im ISA-Fragebogen in 3er- und 4er-Bewertungen zu verwandeln (Zur Erinnerung: Die Bewertungsskala reicht von 0 bis 5, wobei 5 die beste Bewertung ist.). Bei den letzten drei Audits, die wir begleiten durften, hat das Mini-ISMS komplett ausgereicht, um die Auftraggeber unserer Kunden zufriedenzustellen. Die Kosten liegen bei etwa der Hälfte eines zertifizierten ISMS.

Das Schöne an einem Mini-ISMS: Es schafft Struktur, Vertrauen und zeigt Kompetenz. Sollte irgendwann eine ISO-Zertifizierung gefordert sein, kann auf die bereits ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen aufgebaut werden – es wird also nicht bei Null gestartet. So macht es auch einer unserer Kunden, den wir im letzten Jahr auf ein Mini-ISMS umgestellt haben: Er lässt sich nun auch ISO-zertifizieren.

Die Probe aufs Exempel: Das interne Audit

Durch unser Knowhow und das Fachwissen, das wir im Rahmen der zuletzt begleiteten Audits weiter ausbauen konnten, können wir nicht nur unsere Solutionbar-Kunden, sondern auch Nicht-Kunden noch besser auf bevorstehende Audits vorbereiten. Dazu nutzen wir das Format „internes Audit“. Das ist übrigens Bestandteil eines jeden ISMS. Als Faustregel gilt: 

Mindestens einmal im Jahr sollte ein internes Audit durchgeführt werden.

Ein internes Audit ist die perfekte Vorbereitung auf das „richtige“ Audit mit dem Ziel der Zertifizierung. Steht ein Audit bevor oder wird eine Zertifizierung angestrebt, ist das interne Audit das Mittel der Wahl, um Sicherheitslücken auszumachen und im Anschluss zu beheben.

 

Fachartikel in der KIDS UND CO: »Generation Digital mit Sicherheitslücken« (Ausgabe Herbst 2016)

„Generation Digital” mit Sicherheitslücken. DIE ELTERLICHE HERAUSFORDERUNG, DIE WELT DER DIGITALEN GERÄTE FÜR KINDER SCHÜTZEND UND SICHER ZU GESTALTEN. Smartphones in Kinderhänden – ein Bild des Alltags. Doch wie kann es Eltern gelingen, die digitalen Kleingeräte rund um Smartphones und Tablets mit lückenlosem Schutz und Sicherheit auszustatten? Marco Peters, IT-Experte und selbst Vater von zwei Söhnen, hat sich mit der Frage ausführlich beschäftigt. Entstanden ist der erste praxisorientierte Elternratgeber „iPAD, iPHONE & CO KINDERSICHER“, ein 48-seitiges Taschenbuch mit hilfreichen Tipps und Tricks, wie sich jedes Betriebssystem aufrüsten lässt…“

„Stop Digital Chaos“ in der novum (Ausgabe 07.16)

 

„BÜCHER LIEBLINGE: Stop Digital Chaos. Hunderte von Mails täglich – bei entsprechenden Detenmengen geraten selbst gut organisierte Menschen ins Schleudern. Doch es gibt Tricks, wie man der Flut Herr werden kann. Der lT-Experte Marco Peters hat sie in einem Ratgeber zusammengetragen und dabei Wert auf die Alltagstauglichkeit der Tipps gelegt. Organisation ist das eine, unnötige Arbeit zu vermeiden das andere. Neben Ordnungsfragen widmet sich das Buch auch eingehend dem Thema Sicherheit und zeigt, warum E-Mail-Sicherheit wichtig ist und wie sie funktioniert. Last, but not least gibt Peters einen Ausblick auf die Zukunft, auf Clouds, soziale Netzwerke und die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Es steckt also viel Wissenswertes und Nützliches in »Stop Digital Chaos«, die Texte lesen sich leicht und die Gestaltung (Blackspace) hebt sich — nicht zuletzt dank der Illustrationen von Florian Hechinger — wohltuend von den sonst üblichen Ratgebern ab.“

Rezension bei LiesMalWieder.de

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